Ob Krankheiten, Ängste, Trauer, Stress oder Sucht: Selbsthilfegruppen helfen in vielen Fällen weiter.

Am Anfang war es nur so ein geflügeltes Wort:

„Mit ihrer Diagnose bekommen Patienten oft ihr ganz eigenes Monster!
Und mit dem müssen sie sich von nun an auseinander setzen, ob sie es nun wollen oder nicht!“

 

Für Tanja Hanauer und ihre Kollegin Heike Albers-Germer, beide Mitarbeiterinnen der KIBIS – der Selbsthilfekontaktstelle des Paritätischen Nienburg ist es inzwischen Alltag, Betroffene im Kampf gegen ihr ganz persönliches Monster zu unterstützen.

 

Diese Monster haben viele Namen…heißen Depression, Lungenemphysem, Tinnitus, Sucht oder chronische Krankheit.


„Sie sind genauso bunt wie das Leben und nicht immer freundlich!“, so die zwei.

 

Aber zusammen mit Gleichbetroffenen kann man sich um sein Monster kümmern.

In Gesprächen kann man es schrumpfen lassen oder sich mit der Unterstützung einer Selbsthilfegruppe sogar seiner entledigen. Man kann sich mit ihm arrangieren, ihm den Schrecken nehmen und von nun an mit dem Wunderling, der so viele Farben und Formen annehmen kann, friedlich zusammen leben.


Neue Selbsthilfegruppe für Menschen, die von emotionalem Missbrauch betroffen sind

Sätze wie: „Das bildest du dir nur ein“, „Stell dich nicht so an“ oder „Es wird schon seine Gründe haben“, kennt die Gruppengründerin seid ihrer Kindheit und das hat sich auch bis heute nicht geändert. Wenn man von emotionalem Missbrauch berichtet, stößt man häufig auf Unverständnis.

Wenige Menschen wissen, wieviel psychisches Leid emotionaler Missbrauch, der bereits in der Kindheit beginnt und durch die Ignoranz der Gesellschaft weiter fortgeführt wird, tatsächlich verursacht. Der bzw. die Betroffene zweifelt nicht nur an ihren/ seinen Gefühlen, sondern an der eigenen Existenzberechtigung. Dies hat ein andauerndes Schuldgefühl zur Folge, was von unserer häufig auf Spaß- und Konsum ausgerichteten Gesellschaft auch noch ausgenutzt wird.

Emotionaler Missbrauch äußert sich z.B. durch ständige Kritik, Demütigungen vor anderen, die als Humor schön geredet werden, Beschimpfungen, Denunzierungen und subtilen Erzeugen von Schuldgefühlen, „ins Gewissen reden“ und „auf den rechten Weg“ bringen. Emotionaler Missbrauch läuft ununterbrochen ab und hat System.

Die Gruppengründerin hat all das erlebt, hat viele der alten Muster durchschaut und ist dabei, diese durch neue Strategien zu ersetzen. Ein langer Weg. Sie wünscht sich dabei in Austausch mit Gleichgesinnten zu gehen, Menschen die ähnliches erleben mussten.

Sie engagiert sich für die Anerkennung dieser Form der psychischen Gewalt in der Öffentlichkeit

Betroffene, die die Gruppe von Anfang an begleiten und gestalten möchten, erhalten in der KIBIS des Paritätischen Nienburg telefonisch unter 05021 9224-15 nähere Infos.


Selbsthilfegruppe für verwaiste Eltern

Der Tod eines Kindes ist ein zutiefst erschütternder Einschnitt. Nichts ist
mehr so, wie es war. Betroffene sind fassungslos, verzweifelt, wütend – vielleicht sogar
ohne Hoffnung für die Zukunft. Eine betroffene Mutter möchte deshalb eine Selbst-
hilfegruppe für Eltern gründen, die um ein verstorbenes
Kind trauern. Die Gruppe soll den gegenseitigen Austausch ermöglichen und bei dem
Weg durch die Trauer helfen. So tritt Gemeinschaft an die Stelle von Einsamkeit. „In der
Selbsthilfegruppe gibt es Raum für Gefühle und individuelle Themen. Auch soll der Blick nach vorne gerichtet werden, um ein Leben ohne unsere Kinder wieder als lebenswert zu empfinden. In dieser Gruppe haben Betroffene einen geschützten Raum,in dem Sie verstanden werden. Alles hat seinen Platz und darf sein“, so die Gruppengründerin.

Nähere Informationen in Ihrer KIBIS  unter 05021 9224-15


Neue Selbsthilfegruppe für Suchterkrankte und deren Angehörige in Steyerberg

Die neue Selbsthilfegruppe "Freundeskreis Steyerberg" für Suchterkrankte und Angehörige trifft sich dienstags um 19.30 Uhr im Gemeindehaus Rießen.

Verschwiegenheit und Vertrauen sollen die Basis dafür sein, offen von sich, seinen Empfindungen und Erfahrungen zu sprechen. „Man muss sich auf einander verlassen können, es braucht ein verlässliches Miteinander“, so fasst es der Initiator der Gruppe zusammen.

In einer Blitzlicht-Runde kommen aktuelle Themen zur Sprache und die Gruppe entscheidet bei jedem Treffen gemeinsam, welche Themen bearbeitet werden. Es soll bewusst keine Kaffeerunde sein. Das Thema Rückfall hält der Initiator für extrem wichtig, denn gerade in einer solchen Krise ist (Rück-)Halt durch eine Gruppe besonders wichtig.

Thematisch darf es sich auch gern um Beziehungen/ Partnerschaften drehen, denn die sind oft durch den mitunter jahrelangen Alkoholmissbrauch erschüttert.

Treffen: wöchentlich dienstags um 19:30 Uhr im Gemeindehaus Rießen der Evangelischen Kirche, Rießen 1, 31595 Steyerberg

 

Interessenten*innen erhalten telefonisch nähere Infos unter 05021 9224-15


Neue Selbsthilfegruppe: Borderliner

Wenn Menschen, die im Heidekreis, Landkreis Nienburg oder Verden aus einer Reha mit der Diagnose „Borderline“ kommen, stehen sie danach oft ohne Unterstützung da und sind auf sich alleine gestellt.
Die Gründerin der neuen Gruppe Borderliner ist alleinerziehend, hat eine sechsjährige Tochter und mit Süchten, Schlafstörungen und mit Nähe und Distanz ihren Mitmenschen gegenüber Probleme.
Die Zeit in der Reha hatte sie gestärkt, der feste Tagesablauf war gut für sie. Doch nun „geht der Kreislauf wieder von vorne los“… Um dem Einhalt zu gebieten, dass z.B. das selbstverletzende Verhalten wieder beginnt, möchte sie in Nienburg eine Borderline Selbsthilfegruppe ins Leben rufen, die sich in 14-tägigem Rhythmus Donnerstag abends trifft.
Themen sollen sein: Beziehungen, Alltagsstruktur, Skills (Alltagskompetenz-) Training, traumatische Erfahrungen, Umgang mit inneren Spannungszuständen (was kann man tun, um innerlich ruhiger/ gelassener zu werden?), selbstverletzendes Verhalten (Ritzen, Esssucht, Drogen-, Kaufsucht, Redbull-Sucht) und berufliche Orientierung (wieder erlernen, zu spüren und zu wissen, was man wie will).
Wollen Sie gegenseitige Unterstützung und Ermutigung erfahren? Dann trauen Sie sich auch raus aus Ihrem Hamsterrad und teilen sich anderen mit!

Anmeldungen über die KIBIS, 05021 9224 15


Plötzlich Pflegende/r Angehörige/r?

Demenz, ein Unfall, ein Schlaganfall oder eine chronische Krankheit…

Plötzlich ist alles anders!

Mit der Pflege eines hilfebedürftigen Familienmitgliedes ändert sich häufig auch das Leben der Pflegenden komplett.

Im „Gesprächskreis für Pflegende Angehörige“ – einem Angebot des Paritätischen Nienburg – geben wir Ihnen Tipps an die Hand, mit denen sich die Hürden zwischen Fürsorge und Überforderung besser meistern lassen.

Der Gesprächskreis für Pflegende Angehörige trifft sich an jedem 1. Dienstag im Monat in der Zeit von 19:00 bis 20:30 Uhr im Pari-Café, Prinzenstraße 1A, 31582 Nienburg und bietet Ihnen Informationen, Raum, Zeit und ein offenes Ohr. Nehmen Sie gern Kontakt zu uns auf!

Tel.: 05021 9745-26 (Elke Heidorn)
Tel.: 04254 802155 (Ilona Hilsmann)

Wichtiges auf einen Blick finden Sie in unserem flyer:


Trialogische Gespräche in Nienburg

Seit Februar 2016  findet von 18.30 bis 20.30  in Nienburg der "Trialog" statt.
Immer in den graden Monaten trifft sich der vom Paritätischen Nienburg initiierte Gesprächskreis im Kräher Weg 2 (Deterding Gebäude, rückwärtiger Eingang), Nienburg - in den Räumen des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, 2. OG.

Eine psychische Krise oder Erkrankung wird von allen Beteiligten unterschiedlich wahrgenommen. Der Nienburger "Trialog" ist für Psychiatrie-Erfahrene, Angehörige und beruflich Helfende eine Möglichkeit, ihre "bunten" Erfahrungen auszutauschen und einander verstehen zu lernen

Das Treffen ist an jedem 2. Dienstag in den geraden Monaten um 18.30 Uhr.

Letzer Termin in diesem Jahr:

11. Dezember 2018 Thema: "Was hilft in einer psychischen Krisensituation?"

Weitere Informationen über den Paritätischen Wohlfahrtsverband Nienburg, Antje Lohmann, Tel.: 05021 / 915 98 20